Archäologen finden bislang ältesten Klebstoff Mitteleuropas

Bei der Ausgrabung eines altsteinzeitlichen Lagerplatzes nahe Jülich sind Wissenschaftler auf den ältesten Klebstoff in Mitteleuropa gestoßen. An 83 Feuersteinklingen hätten sich deutlich sichtbare Reste von rund 120 000 Jahre altem Birkenpech nachweisen lassen.

Das sagte der Archäologe Jürgen Thissen am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Mit dem Kleber aus destillierter Birkenrinde seien die schmalen Steinklingen zusätzlich an Speerspitzen befestigt worden, um bei der Jagd die Wunde zu vergrößern.

Vergleichbar uralter Birkenpech-Kleber ist im Fundplatz Königsaue in Sachsen-Anhalt entdeckt und auf "nur" rund 80 000 Jahre datiert worden. Zwei weitere verklebte Stein-Werkzeuge aus Mittelitalien sind möglicherweise rund 200 000 Jahre alt, erklärte der beim Landschaftsverband Rheinland und der Uni Bonn tätige Archäologe.

2700 Jahre altes Grab in Mexiko gefunden

Rekordverdächtiger Fund in Mexiko: Archäologen haben in einer Pyramide ein 2700 Jahre altes Grab gefunden. Es könnte das älteste seiner Art sein. Im Inneren entdeckten die Ausgräber die Überreste von drei Menschen.

Archäologen sind in einer Pyramide im Süden Mexikos auf ein 2500 bis 2700 Jahre altes Grab gestoßen. Wie die mexikanischen Behörden am Montag berichteten, befanden sich in der etwa drei mal vier Meter großen Kammer die sterblichen Überreste dreier Menschen - eines Würdenträgers, eines Kindes und eines etwa 20-jährigen Mannes.

Der ältere Mann - er starb vermutlich im Alter von etwa 50 Jahren - wurde reich geschmückt bestattet. Auf seinem Gesicht lag eine Maske mit Augen aus Obsidian, zusätzlich trug er Jade- und Bernsteinketten. Außerdem fanden die Archäologen in dem Grab zahlreiche weitere Schmuckgegenstände, darunter mehr als 2000 Jadesteine.

Archäologische Fundstücke in Salzwedel geborgen

Bei Ausgrabungen in der Alstadt von Salzwedel haben Archäologen mehrere hundert Fundstücke aus dem 11. bis 19. Jahrhundert sowie 5.000 Jahre alte Feuersteinklingen entdeckt. Wie eine Referatsleiterin des Amtes für Bodendenkmalpflege und Archäologie in Halle sagte, wurden viele Holzgegenstände entdeckt, die durch den feuchten Boden konserviert wurden.

Hölzerne Fundstücke im Boden konserviert

So fanden sich Holzgefäße und Holzschalen, die in früheren Jahrhunderten in den Haushalten verwendet wurden, sowie Reste von Bauholz. Außerdem bargen die Ausgräber Keramikscherben, Tonpfeifen, verzierte Messer und eine Gürtelschnalle. Sie gruben auch Austernschalen aus, was aus Sicht der Archäologen auf einen gehobenen Lebensstil hindeutet. Salzwedel gehörte von 1263 bis 1518 zur Hanse, einem Zusammenschluss von Fernhandelskaufleuten. Ein Teil der archäologischen Fundstücke soll der Öffentlichkeit am Montag im Stadtmuseum präsentiert werden.

Mittelalterliches Wrack vor Rügen entdeckt

Ein mittelalterliches Schiffswrack samt erhaltener Ladung ist bei Messfahrten des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) vor Rügen entdeckt worden. Das Schiff hatte Rohkupfer geladen, wie Landesarchäologe Detlef Jantzen am Dienstag in Schwerin sagte. Das sei ein "ganz toller Fund", da bei Schiffswracks in Küstennähe oft die Ladung nach dem Untergang geplündert worden sei. Dieses Wrack liege aber in größerer Tiefe. Genauere Angaben zur Lage wollte er nicht machen.